Für Menschen, die selbst nicht betroffen sind, ist Psoriasis “nur eine Hauterkrankung”. Aber Psoriasis ist sehr viel mehr als das. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt, aber es ist eine entzündliche Erkrankung, die nicht durch eine Hautinfektion unterhalten wird. Forschungsergebnisse deuten daraufhin, dass Psoriasis möglicherweise durch eine Störung des Immunsystems verursacht wird. Auf der Grundlage dieser Forschungsbefunde wird Psoriasis zunehmend als Autoimmunerkrankung bezeichnet. Unter einer Autoimmunerkrankung versteht man jegliche Störung, die dadurch verursacht wird, dass das Immunsystem sich gegen körpereigene Gewebe richtet. Die meisten Hautzellen teilen sich etwa einmal im Monat (alle 28 bis 30 Tage). Mit dem Entstehen neuer Zellen sterben die alten Hautzellen auf der Oberfläche ab und werden abgeschuppt. Für die meisten Menschen ist dieser Vorgang so unauffällig, das er kaum bemerkbar ist.
Genau dieser Prozess weist bei Menschen mit Psoriasis eine Störung auf. Anstelle einer einmal monatlichen Teilung, reproduzieren sich die Zellen in den betroffenen Arealen alle 3 bis 6 Tage. Als Folge steigt die Anzahl von Hautzellen enorm an. Bei so vielen, schnell entstehenden neuen Zellen kommt es zu Anhäufungen in der Haut, die erhabene, schuppige Läsionen bzw. Plaques verursachen. Bei der häufigsten Form (der Psoriasis vulgaris vom Plaque-Typ oder auch kurz Plaque-Psoriasis) lösen sich die Schuppen auf der Haut leicht ab und verursachen eine weiße oder silbrige Schuppung. Die Zellen unter den Schuppen bilden empfindliche und gerötete Läsionen, die zu Blutungen neigen. Der entzündliche Zustand der Haut wird von einer erhöhten Anzahl von Entzündungszellen (weißen Blutkörperchen) verursacht.
Bislang konnte kein “Psoriasis-Gen” identifiziert werden, aber Psoriasis ist möglicherweise mit Teilen von Genen assoziiert, die mit anderen Autoimmunkrankheiten und entzündlichen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden. Dies ist eine mögliche Erklärung dafür, dass Menschen mit Psoriasis auch an anderen Erkrankungen leiden wie z.B. Arthritis, entzündlicher Darmerkrankung, Typ 1 Diabetes, multipler Sklerose und einer Hauterkrankung, die manchmal mit Psoriasis verwechselt wird, der Neurodermitis atopica. Die Neigung, an Psoriasis zu erkranken, ist möglicherweise erblich. Ein Kind, bei dem ein Elternteil Psoriasis hat, hat eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 4 ebenfalls an Psoriasis zu erkranken.
Forscher vermuten, dass Psoriasis als Folge einer Kombination von genetischen Faktoren und Umweltfaktoren auftritt. Ein Mensch mit Psoriasis hat möglicherweise eine ererbte Neigung zu Autoimmun- oder entzündlichen Erkrankungen, aber die Krankheit tritt nur auf, wenn es einen Auslöser gegeben hat, wie z.B. Infektionen, bestimmte Arzneimittel, Verletzungen oder Stress.
weitere Informationen zu Auslösern
Die meisten Menschen haben ihren ersten Ausbruch im Alter von 15 bis 35 Jahren, die Krankheit kann jedoch auch in jedem anderen Lebensalter auftreten. Etwa ein Viertel aller jungen Menschen geben an, dass ihre Psoriasis zum ersten Mal nach einer Infektion auftrat, wie z.B. einer Streptokokken-Infektion.
